Schuleingangs- und Zahndaten steuern Förderung in Kitas

GesundheitBevölkerung und Gesellschaft
Schuleingangs- und Zahndaten steuern Förderung in Kitas

Über diesen Use Case

Die Region Hannover nutzt die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen und der zahnärztlichen Reihenuntersuchungen, um Unterstützung gezielt dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird. Anhand der Daten wird ermittelt, welche Kitas einen erhöhten Unterstützungsbedarf haben und wie intensiv Kitas und Schulen von Prophylaxefachkräften betreut werden.

Ausgangssituation und Einsatz Die Schuleingangsuntersuchung ist für jedes Kind verpflichtend. Der Fachdienst Kinder-, Jugend- und Zahnmedizin führt jährlich rund 12.000 Untersuchungen durch, dazu kommen etwa 30.000 zahnärztliche Untersuchungen in Kitas und Schulen. Die Schuleingangsdaten zeigten vermehrte Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien.

Deshalb entstand 2014 das Sozialpädiatrische Kita-Konzept. Kitas mit erhöhtem Unterstützungsbedarf werden gezielt angesprochen. Die Teilnahme ist freiwillig, aktuell machen 61 Kitas aus 14 Kommunen mit. Dort erfassen die Fachkräfte zweimal jährlich den Entwicklungsstand der Kinder mit einem standardisierten Bogen. Der Fachdienst wertet die Bögen anonymisiert aus, und Ärztinnen, Psychologinnen und Sprachförderkräfte bieten vor Ort Sprechstunden und Förderung an.

Die zahnärztlichen Befunde dienen als Steuerungsinstrument, um den Betreuungsbedarf von Kitas und Schulen durch die Prophylaxefachkräfte festzustellen. Als die Schuleingangsdaten einen deutlichen Anstieg übergewichtiger Kinder nach der Corona-Pandemie zeigten, startete die Region 2022 zudem das Projekt „Fit, bunt und lecker“ zur Bewegungsförderung und Ernährungsbildung in Kitas.

Mehrwert für die Verwaltung

  • Kitas mit erhöhtem Unterstützungsbedarf werden anhand von Daten erkannt und gezielt angesprochen
  • Prophylaxefachkräfte werden dort eingesetzt, wo der Betreuungsbedarf am größten ist
  • Neue Präventionsangebote entstehen auf Basis beobachteter Entwicklungen
  • Frühzeitige Vermittlung von Kindern in passende Hilfen, etwa Frühförderung, Logopädie oder Ergotherapie
  • Regelmäßige Berichte geben den 21 Städten und Gemeinden Grundlagen für eigene Maßnahmen

Im Einsatz: Region Hannover, Kita-Konzept seit 2014, Beratung in Kitas seit 2016 (aktueller Bericht 2025)

Weitere Informationen: https://www.hannover.de/content/download/1057869/file/44194_51.15_Broschuere_Gesundheitsbericht_Schuleingangsuntersuchung2025.pdf

Karlsruher Institut für Technologie - Information Systems IIKI
Karlsruher Institut für Technologie - Information Systems II
Forschungseinrichtung
Aktualisiert am 13. Okt. 2026Dieser Use Case ist topaktuell.

Benötigte Daten (4)

Welche Daten der Use Case braucht und wo sie bei anderen lagen.

  • Entwicklungsbefunde der Schuleingangsuntersuchung

    Auffälligkeiten in Sprache, Motorik und Verhalten, um Kitas mit Unterstützungsbedarf zu erkennen.

    Datenpunkte:SchuleingangsuntersuchungEinschulungsuntersuchungJugendärztlicher DienstEntwicklungsscreeningSpracheMotorik
  • Übergewicht bei Schulanfängern

    Anteil übergewichtiger und adipöser Kinder bei der Schuleingangsuntersuchung, je Kommune.

    Datenpunkte:ÜbergewichtAdipositasBMIGewichtsbeurteilungSchuleingangsuntersuchungPrävention
  • Zahngesundheit je Einrichtung

    Anteil naturgesunder und behandlungsbedürftiger Gebisse je Kita und Schule.

    Datenpunkte:ZahngesundheitKariesdmftReihenuntersuchungZahnärztlicher DienstGruppenprophylaxe
  • Entwicklungsbeobachtung in Kitas

    Entwicklungsstand der Kinder in teilnehmenden Kitas, zweimal jährlich erhoben.

    Datenpunkte:EntwicklungsbeobachtungEntwicklungsdokumentationKitaFrühe HilfenEBD

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Ansprechpartner:innen (1)

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